Bei der Feuerwehr Thannhausen endet eine Ära
Thannhausen / 7. Januar 2026 – Bei der diesjährigen Dienst- und Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Thannhausen stellten die beiden Kommandanten Karl-Heinz Pfitzmayr und Edith Petrik nach fast 25 Jahren ihr Amt zur Verfügung. Mit großer Mehrheit wurde Zugführer Christoph Schonner zum neuen Kommandanten und Alexander Schön zu seinem Stellvertreter gewählt.
Im Zuge der Neuwahlen dankten Bürgermeister Alois Held, die stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab, Kreisbrandrat Stefan Müller sowie der Vereinsvorsitzende Dr. Bernhard Niethammer den beiden scheidenden Kommandanten für ihren jahrzehntelangen Dienst und ihr Engagement zum Wohle der Feuerwehr und der Stadt Thannhausen.
Karl-Heinz Pfitzmayr, der seit 1976 bei der Thannhauser Feuerwehr aktiv ist, wurde bereits 1992 zum stellvertretenden Kommandanten gewählt. 2001 übernahm er von Gottfried Fischer das Spitzenamt. Während seiner Amtsperiode wurde fast der komplette Fuhrpark erneuert. Die Beschaffung der neuen Drehleiter im Jahr 2022, mit 720.000 Euro die bis dato teuerste Einzelanschaffung, begleitete er ebenso wie die Erweiterung der Fahrzeughalle im Jahr 2019. Im November 2006 rettete er bei einem Brandeinsatz als ersteintreffender Einsatzleiter eine Person in letzter Sekunde aus einem brennenden Wohnhaus. Dafür wurde ihm die Bayerische Rettungsmedaille verliehen. Als ausgebildeter Koch sorgt Pfitzmayr bei jedem Übungsabend, bei Einsätzen und Veranstaltungen für das leibliche Wohl von Einsatzkräften und Gästen.
Für seine herausragenden Verdienste zeichneten Bürgermeister Alois Held und sein Stellvertreter Gerd Olbrich Karl-Heinz Pfitzmayr mit der silbernen Bürgermedaille aus. Sie ist die zweithöchste Auszeichnung, die die Stadt Thannhausen zu verleihen hat. Die Bürgermedaille geht zurück auf eine Satzung aus dem Jahr 1974 und wird Personen verliehen, die sich um die Stadt oder um das Gemeinwohl besonders verdient gemacht haben. Bereits 2013 erhielt Pfitzmayr die Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille für hervorragende Leistungen im Feuerlöschwesen.
Edith Petrik, die 2001 zur stellvertretenden Kommandantin gewählt wurde, war zur damaligen Zeit die erste Frau im Landkreis Günzburg in entsprechender Führungsposition. Auch bei ihr gab es weitere Premieren in ihrer Feuerwehrlaufbahn: Bei ihrem Eintritt in die Feuerwehr 1981 zählte sie zu den Gründungsmitgliedern der ersten Damenfeuerwehrgruppe und war eine der ersten weiblichen Atemschutzgeräteträgerinnen im Landkreis Günzburg. 1996 schloss sie die Ausbildung zur Maschinistin ab und gibt nun schon seit über 25 Jahren ihr Wissen in der Maschinistenausbildung weiter. Heute ist sie zusätzlich als Fach-Kreisbrandmeisterin und Schiedsrichterin bei Leistungsprüfungen tätig. Edith Petrik wurde 2023 mit der Bayerischen Feuerwehr-Ehrenmedaille ausgezeichnet.
Im Rahmen der Dienst- und Generalversammlung erhielt sie nun die Christoph-von-Schmid-Medaille. Diese wird in Thannhausen seit 1994 von der Stadt insbesondere für soziale Verdienste und ehrenamtliches Engagement verliehen und geht auf einen Hauptausschussbeschluss zurück, erklärte Alois Held. Die Medaille aus Silber zeigt den katholischen Priester Christoph von Schmid, der von 1796 bis 1816 in Thannhausen wirkte und als der erfolgreichste Jugendbuchautor seiner Zeit gilt.
Vereinsvorsitzender Dr. Bernhard Niethammer blickte mit persönlichen Erinnerungen auf die letzten 25 Jahre zurück und dankte Pfitzmayr und Petrik für ihr Engagement. Im Namen des Feuerwehrvereins überreichte er den beiden jeweils einen Reisegutschein, „damit ihr auch mal abschalten könnt“. Die Versammlung würdigte das Engagement mit stehenden Ovationen.
Bei den Neuwahlen wurden von der Versammlung Zugführer Christoph Schonner und Gruppenführer Alexander Schön jeweils mit großer Mehrheit und ohne Gegenkandidaten zum neuen Führungsduo gewählt.
Maschinenbauingenieur Christoph Schonner erhielt 40 von 41 Stimmen. Der 33-Jährige, der 2004 in die Jugendfeuerwehr eingetreten ist und seit 2008 im Feuerwehrdienst aktiv ist, war in den vergangenen Jahren bereits als Zugführer und damit als Stellvertreter der Kommandanten tätig. Alexander Schön (29), der hauptberuflich als Notfallsanitäter arbeitet, trat 2009 in die Jugendfeuerwehr ein und war in den vergangenen Jahren als Gruppenführer auf dem Mittleren Löschfahrzeug eingesetzt. Mit 37 Stimmen erhielt auch er einen großen Vertrauensvorschuss der aktiven Mannschaft.
Beiden wurde die Begeisterung für die Feuerwehr sozusagen schon in die Wiege gelegt. Ihre Familien sind seit Generationen in der Thannhauser Feuerwehr aktiv. Nach der offiziellen Bestätigung durch den Stadtrat übernehmen sie für die folgenden sechs Jahre Verantwortung.